Stadt Essaouira

Essaouira - Marokkanische Atlantikküste

Blick auf Essaouira




Übersicht

Ziegen

Ziegen in den Arganienbäumen



Essaouira - "Die blau-weiße Hafenstadt am Atlantik"


Falls Sie Ihren Urlaub in Agadir verbringen - ca. 80 Prozent aller Marokkourlauber tun das - möchten Sie sicherlich auch die ein oder andere Ausflugsfahrt machen. Einen Besuch der ehemals portugiesischen Stadt Essaouira in ca. 250 Kilometer Entfernung von Agadir bietet sich hier an. Schon alleine die Fahrtstrecke mit wild schäumenden Meeresabschnitten an der Atlantikküste ist ein Erlebnis! Sie kommen an zwei interessanten Kap´s vorbei, einem sehenswerten Leuchtturm und sehen traumhafte, einsame Strände. Und in den Bäumen klettern die Ziegen, die die Blätter und die nussartigen Früchte der Arganien knabbern - sie sind die Grundnahrung der Tiere in dieser trockenen Gegend.


 

Map Essaouira



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Geschichte

Essaouira

...in den Gassen der Altstadt


Essaouira
ist eine Stadt in der westlichen, marokkanischen Wirtschaftsregion Marrakech-Tensift-Al Haouz, an der Atlantikküste. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Stadt auch unter ihrem portugiesischen Namen bekannt- Mogador. Archäologische Forschungen haben ergeben, dass Essaouira seit prähistorischen Zeiten besiedelt worden ist. Im Sidi Mohammed ben Abdallah Museum von Essaouira wird ein Fundstück aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. gezeigt: eine Phönizische Platte mit roten Einfärbungen. Die Bucht von Essaouira wird teilweise von der Insel Mogador geschützt, so dass der Hafen der Stadt gegen die starken Winde vom Meer her geschützt ist.

 

Errichtung der Festung

Essaouira - Hafenbereich


Die dem Hafen von Essaouira vorgelagerte Insel Mogador bekam ihren Namen wahrscheinlich von einem muslimischen Heiligen, der in der Zeit des Mittelalters hier beerdigt wurde. Im Jahr 1506 befahl der portugiesische König Dom Manuel (1469 - 1521) - auch bekannt unter dem Namen "der Glückliche" - hier an dieser Stelle eine Festung zu errichten. Die Festung erhielt den Namen "Castelo Real de Mogador". Insgesamt 6 Festungen errichteten die Portugiesen in den Städten an der marokkanischen Atlantikküste, die sie zuvor erobert hatten. Vier von ihnen hatten nur eine kurze Dauer: Festung Graciosa (1489), Sao Joao da Mamora (1515), Castelo Real von Mogador (1506 - 1510) und Aguz (1520 - 1525).

 

Portugal

Koloniales Vermächtnis



Castelo Real von Mogador

Essaouira - Festung Castelo Real (Mogador)

Zeichnung des Niederländers Adriaen Matham, 1641 - Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)


Zwei von ihnen wurden zu permanenten Siedlungen bis in unsere Tage: Santa Cruz do Cabo de Gué (in Agadir, gegründet zwischen 1505 - 1506) und Mazagan (heute El Jadida), gegründet zwischen 1514 - 1517. Nachdem Agadir 1541 von den Muslimen erobert worden war, wurde von den Portugiesen an der Atlantikküste nur noch die Festung Mazagan gehalten. An der Mittelmeerküste blieben Tanger und Ceuta noch eine Weile im Besitz der Portugiesen. Die Festung Castelo Real von Mogador wurde schon vier Jahre nach ihrer Gründung aufgegeben. Während des 16. Jahrhunderts versuchten verschiedene Mächte wie Spanien, England, die Niederlande und Frankreich vergeblich, Essaouira zu erobern.

 

Hafen und Handelsplatz

Essaouira - Turm der Hafenfestung


Die heutige Stadt Essaouira wurde während des 18. Jahrhunderts errichtet. Der danalige Herrscher - Sultan Sidi Mohamed Ben Abdallah - versuchte seine politischen Ziele neu auszurichten. Durch einen verstärkten Austausch mit den europäischen Mächten gelang es ihm, seine Handelsaktivitäten stark auszuweiten. Nach der Schließung des Hafens in Agadir wurde Mogador ein wichtiger Hafen und Handelsplatz. Hier ließen sich zahlreiche jüdische Händler nieder. Mogador beherrschte im 19. Jahrhundert ungefähr 40 Prozent des überseeischen Handels von Marokko. Aus Timbouktou reisten Karawanen hierher und brachten Gold und Elfenbein, welches sie gegen Seide, Lederwaren, Salz und Zucker eintauschten.


 

Essaouira - Mogador

Festungsanlage


1765 begann er mit dem Ausbau Essaouiras zum zu seiner Zeit größten Seehafen Marokkos. Der französische Gefangene Théodore Cornut wurde mit der Planung der Festungsbauwerke und einzelner Stadtteile beauftragt. Thédore Cornut entwickelte vor allem den Kasbah Bereich und die Gebäude für die christlichen Kaufleute und Diplomaten. Andere Teile der Stadt wurden von anderen Ausländern gebaut. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Essaouira der wichtigste Hafen Marokkos. Als im 20. Jahrhundert die Franzosen Timbouktou besetzten und dadurch der Handelsweg unterbrochen wurde, nahm die Bedeutung Essaouiras als Handelsstadt ab.

 

Essaouira heute

Essaouira - Altstadt


Essaouira
ist noch ursprünglich, wenig überlaufen, die Händler sind zurückhaltend. In der noch vollständig erhaltenen Medina verlaufen, im Gegensatz zu den anderen Städten Marokkos, die Straßen schnurgerade im rechten Winkel. Die Stadt ist auch heute noch eine Fischereistadt mit einem sehr gut erhaltenen portugiesischen Fort und sowie echten Kanonen aus der Zeit, in der sie noch Mogador genannt wurde. Schon allein wegen ihrer besonderen Lage und der vollständig erhaltenen Altstadt, ihrer strahlend weiß angestrichenen Häuser und den blau-weißen Tür- und Fensterrahmen ist sie einen Besuch wert! Diese Gegend ist seit dem 7. Jahrhundert vor Christus besiedelt, und die heutige, besonders malerische Altstadt stammt aus dem 18. Jahrhundert.

 

Malerische Altstadt

Essaouira

Ehemaliges portugiesisches Konsulat, das Gebäude stammt aus dem Jahr 1871


Für die Portugiesen war Essaouria bereits auf ihren Eroberungszügen nach Indien und Ostasien ein ganz wichtiger strategischer Zwischenstopp, um ihre Galeeren und Caravellen mit Vorräten aufzufüllen. Davon zeugt auch heute noch das am Hafen liegende portugiesische Fort mit seinen Mauern, Bastionen und Türmen. Einige dieser wehrhaften Gebäude liegen mitten im Meer auf den Inseln der Iles Purpuraires. Die Stadt Essaouira selbst wird aufgrund ihrer malerischen Altstadt oft von internationalen Filmgesellschaften als Kulisse ausgewählt. Viele alte und historische Gebäude befinden sich in Essaouira. Manche werden zur Zeit restauriert, andere verrotten vor sich hin, weil das Geld für eine Renovierung und Restauration fehlt oder die Eigentumsverhältnisse ungeklärt sind. So wie das nebenstehende Gebäude, das sich in einer Sackgasse befindet...


 

Künstlerstadt

Essaouira - Riad


Überhaupt hat sich Essaouira in den letzten Jahrzenten zu einem Kunstzentrum entwickelt. Verschiedene Kunstrichtungen der Welt haben ihre Heimat in Essaouira gefunden: Maler, Musiker und Schriftsteller haben in der kleinen Küstenstadt ihren idealen Ort für ihr kreatives Schaffen gefunden. Überall in der Medina finden sich kleine Künstlerwerkstätten: als Museum unter offenem Himmel oder andere Künstler und Handwerker haben Riads (Häuser in der Altstadt mit großen Innenhöfen, kleinen Gärten und mehreren Stockwerken) mit viel Geschmack und Liebe restauriert und bieten sie jetzt als Gästehaus oder Restaurant an und geben dem Gast die Möglichkeit, von der ruhigen Gemütlichkeit in einer unvergleichbaren Atmosphäre zu profitieren.

 

Weltkulturerbe

Essaouira - Hotel Riad Mimouna

...ein Riad in Essaouira


Im Dezember 2001 hat die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) die Medina von Essaouira in Ihre Liste der schützenswerten Sehenswürdigkeiten der menschlichen Welt und somit zum Weltkulturerbe eingetragen. Die Festungsstadt Essaouira, das frühere Mogador, verdient diesen Titel dank seiner zahlreichen historischen Schätze: sein unverwechselbarer architektonischer Stempel, seine alte Geschichte (archäologische Ausgrabungen haben gezeigt, das dieser Platz bereits von den Phöniziern und Römern aufgesucht wurde), sein Hafen ausserhalb der Stadtmauern aber dennoch geschützt, seine Jüdische Altstadt (Mellah), Spuren einer langen offenen Tradition…..! Die gesamte Altstadt hat eine Größe von 31 Hektar.

Weitere Informationen zum Weltkulturerbe der Altstadt von Essaouira der UNESCO finden Sie hier....!

 



Insel Mogador

Insel Mogador (Essaouira)

...im Hintergrund die Hauptinsel Mogador...


Vor der Küste, in unmittelbarer Nähe zur Stadt Essaouira befindet sich die Inselgruppe Iles Purpuraires, deren Hauptinsel Mogador genannt wird. Sie bekam ihren Namen wahrscheinlich von einem muslimischen Heiligen, der in der Zeit des Mittelalters hier in Essaouira beerdigt wurde. Die Insel ist etwa 3 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit und liegt in etwa 1,5 Kilometer Entfernung von der Stadt Essaouira. Karthagische Seefahrer sollen die Insel schon im 5. Jahrhundert v. Chr. besucht und hier eine Handelsniederlassung gegründet haben. Im Museum von Essaouira - Sidi Mohammed ben Abdallah Museumes - werden phönizische Artefakte ausgestellt, die hier auf der Insel gefunden wurden.


 

Herstellung der Purpurfarbe

Inselgruppe Iles Purpuraires

Kleine Insel


Gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. oder zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. gründeten Händler und Kaufleute aus Tyrus (heute Libanon) hier eine Fabrik zur Herstellung der Purpurfarbe, da hier in den Gezeitenzonen reiche Bestände von Murex und Purpura Muscheln gefunden worden waren. Dieser Farbstoff wurde während der römischen Kaiserzeit für die Kleidung der Senatoren (Toga) benötigt und galt als sehr kostbar. Weiterhin existierte auch ein römisches Haus auf der Insel, da unterschiedliche Artefakte und Münzen gefunden wurden. Heute ist die kleine Inselgruppe als Naturschutzgebiet ausgewiesen und kann nicht ohne eine offizielle Genehmigung besucht werden. Auf der dem Strand am nächsten zugewandten Inseln sind Relikte von Bauten aus der Zeit der Portugiesen zu sehen.


 

Essaouira - Festung am Hafen




Tipp:

Essaouira - Mogador

Portugiesisches Fort am Hafen


Der frische Fisch in den Hafenrestaurants und an den Grillständen ist sehr beliebt: Essen Sie dort, wo auch die Marokkaner essen! Sie wissen genau, wo und wie es am besten schmeckt. Übrigens: gegessen wird mit den Fingern! In den engen, geradlinig verlaufenden Gassen, die sich jeweils rechtwinklig kreuzen, arbeiten Gold- und Silberschmiede sowie unzählige Kunsttischler. Lassen Sie sich Zeit zum Verweilen. Außerdem werden hier die berühmten Thuja-Holz-Intarsien für ganz Marokko angefertigt. Heute hat sich Essaouira zu einer der schönsten und attraktivsten Küstenstädte entwickelt. Mit Zeit und Muße lassen sich die vielen kleinen Winkel entdecken. Beobachten Sie das Geschehen von einem der hübschen kleinen Straßencafes, während Sie in aller Ruhe Ihren Pfefferminztee trinken.


 

Quellenangabe:


Die Informationen zur Geschichte von Essaouira basieren auf dem Artikel Essaouira (07.09.2009) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


 

Fotos aus Essaouira




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