Palastanlage „Ville Impériale“

Meknès - Palast

Dar el-Makhzen - Königspalast - Foto: Wikipedia - Autor: Bernard Gagnon - Lizenz: s.u.






Überblick

Meknès - Habs Kara

Bildquelle: Wikipedia - Autor: Josep Renalias - Lizenz s.u.



Wie in jeder marokkanischen Königsstadt gibt es auch in Meknès einen Palast für den König. Dieser Palast stammt noch aus der Zeit des Herrschers Moulay Ismail, der sich hier in Meknès einen ganzen Palastbezirk (Ville Impériale) erbauen ließ. Zum einstigen Königspalast gehörten u.a. die riesigen Stallungen und Speichergebäude, die heute leider nicht mehr vollständig erhalten sind. Ein monumentales Wasserbecken sorgte dafür, dass der Hof des Sultans und seine Pferde immer mit dem köstlichen Naß versorgt waren. Diesen riesigen Bezirk umgab einst eine über 40 Kilometer lange Mauer, die die Sklaven des Sultans bauen mussten, die durch von ihm unterstützte Piraterie in seine Hände gefallen waren.


 

Map Meknés




Meknès

...der sogenannte Pavilion der Botschafter über dem Gelände der unterirdischen Gefängnisse...


Das größte Tor zu seiner Residenz war das Bab Mansour, das zu seinen Lebzeiten allerdings noch nicht fertiggestellt war. Die überaus repräsentative Bab Mansour oder Bab Mansour el Aleuj genannte Toranlage in der marokkanischen Stadt Meknès gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und des ganzen Landes. Als Bestandteil der Ville Impériale gehört es seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz in der Nähe - 200 Meter südlich dieses Tores - befindet sich das unterirdische Gefängnis mit dem Namen Habs Kara, in dem auch im 18. Jahrhundert Christen gefangen gehalten wurden. Die riesigen Speicherbauten und Stallungen der Heri es-Souani im Süden der Stadt sind ebenfalls sehenswert.


 

Meknès - Bab el-Mansour

Monumentales Tor in Meknès, 1931 - französische Kolonialzeit - Foto: Wikipedia (Public domain)



Bab el-Mansour

Meknès - Tor

Bab el-Mansour


In keinem Reiseführer fehlt das Foto dieses Tores, dem Bab Mansour in Meknès. Es handelt sich hier um eine große Toranlage, die im 18. Jahrhundert als Zugang zur Ville Impériale errichtet wurde. Das Tor befindet sich auf der Grenze zwischen der mittelalterlichen Altstadt von Meknès und der im frühen 18. Jahrhundert von einer separaten Stampflehmmauer umgebenen riesigen Festungs- und Palaststadt. Etwa 60 Meter südwestlich befindet sich ein weiteres Tor - das Bab Jemaa en Nouar - welches erheblich kleiner, aber doch in ähnlicher Weise dekorativ gestaltet ist. Das Bab Mansour wurde nach der Verlegung der Hauptstadt Marokkos von Fès nach Meknès im frühen 18. Jahrhundert auf Befehl des Sultans Moulay Ismail begonnen, aber erst fünf Jahre nach seinem Tod (1727) in den Jahren 1731/32 von dessen Sohn und zeitweisem Nachfolger Moulay Abdallah vollendet.


 

Meknès - Tor

Kapitell einer Säule aus Volubilis am Bab el-Mansour


Als Architekt der Toranlage wird ein zum Islam übergetretener christlicher Gefangener angenommen – der Beiname el Aleuj (‚der Abtrünnige‘) lässt darauf schließen. Vor dem Hintergrund der sich anschließenden Krisenjahre des marokkanischen Sultanats verfiel das Bauwerk in den Folgejahren und wurde erst während der französischen Kolonialzeit restauriert. Das eigentliche Tor befindet sich in der Mitte des nach einem Triumphbogenschema gestalteten Bauwerks und ist nicht wie die Jahrhunderte älteren almohadischen Tore in Rabat und Marrakech verwinkelt angelegt, sondern verfügt über einen geradlinig verlaufenden Durchgang. Dieser hat außen wie innen leicht angespitzte Hufeisenbögen, dazwischen befindet sich eine hochgezogene Flachdecke.


 

Meknès - Tor

Bab el-Mansour


Ungewöhnlich sind die nach außen vorgezogenen Seitenteile des Tores, die trotz ihrer Optik keinerlei Durchgangsfunktion haben; sie ruhen auf mächtigen Säulen, die wahrscheinlich aus der etwa 25 Kilometer nördlich gelegenen Römerstadt Volubilis stammen. Die gesamte Toranlage ist über und über mit dekorativen Stuckpaneelen überzogen, die sich aus überschneidenden Bögen im unteren Bereich entwickeln und ein potentiell unendliches Dekormuster ergeben, welches mit Kachelmosaiken gefüllt ist. Oberhalb dieser Zone befinden sich querrechteckige Felder mit kalligraphischen Schriftzügen. Ganz oben schließt das Tor mit einem Kranz aus abgetreppten Zinnen ab, die sich auf den seitlich anschließenden Lehmmauern als einfache Zinnen fortsetzen. Die Toranlage wird heute nicht mehr als Durchgang genutzt sondern als Ausstellungsraum. [3]


 

Meknes, Morocco - panoramio

Stallungen im Heri es-Souani - eingebunden über Wikimedia Commons


Heri es-Souani

Meknès - Wasserbecken

Bassin d’Agdal


Zum riesigen Palastgebiet des Herrschers Moulay Ismail gehörte auch der als Heri es-Souani bezeichnete Gebäudekomplex. Hier handelt es sich um einen riesigen Vorratsspeicher mit anschließenden Stallungen. Auch das große Wasserbecken (Bassin de l’Agdal) am Rand der von Sultan Moulay Ismail gegründeten Palaststadt (Ville Impériale) gehörte zu diesem Bereich. Zusammen mit der gesamten Altstadt gehört das Gebäude seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Gebäudekomplex des Heri es-Souani liegt im Süden der mit riesigen Ausmaßen geplanten, aber nur in Teilen verwirklichten Palaststadt von Meknès. Er ist am besten mit einem Taxi zu erreichen.


 

Meknès

Großer Torbogen zum Palastbezirk


Nachdem sein Bruder und Vorgänger Mulai ar-Raschid (Regierungszeit: 1664 - 1672), der erste Alawidensultan, große Teile von Marokko geeint hatte und im Jahre 1666 siegreich in Fès eingezogen war, verlegte Sultan Moulay Ismail Ende des 18. Jahrhunderts die Hauptstadt Marokkos von Fès in das etwa 60 Kilometer südwestlich gelegene Meknès. Das Gebiet östlich der Medina bot ihm größere Freiräume für seine imperialen Pläne; es wurde von einer separaten Mauer aus Stampflehm umgeben, innerhalb derer Gärten, Palastbauten, Moscheen etc. entstehen sollten. Natürlich waren auch Pferdeställe und Vorratsbauten vonnöten, die als erste Großbauten innerhalb der Sultansstadt errichtet wurden.


 

Meknès

Stallungen im Heri es-Souani - Foto: Wikipedia - Autor: Bernard Gagnon - Lizenz: s.u.


Während viele Bauten Marokkos durch ihre Dekorfreude beeindrucken, stehen beim Gebäudekomplex des Heri es-Souani die schieren Ausmaße im Vordergrund des Interesses. Der eigentliche Getreide- und Vorratsspeicher befindet sich unmittelbar hinter dem Eingang. Es handelt sich hauptsächlich um mehrere fensterlose, langgestreckte und tonnengewölbte Räume mit meterdicken Stampflehmmauern, die miteinander durch Ziegelsteinportale mit Hufeisenbögen verbunden sind und einen ersten Eindruck von den gewaltigen Dimensionen des Gebäudekomplexes vermitteln. Dieser Eindruck wird noch gesteigert durch die nahezu endlos wirkenden Reihen der – ehemals überdachtenStallungen im rückwärtigen Bereich, in denen tausende von Pferden und Kamelen untergebracht werden konnten.


 

Meknès

Stallungen im Heri es-Souani - Foto: Wikipedia - Autor: Jerzystrzelecki - Lizenz: s.u.


Die Trennmauern bestehen ebenfalls aus Stampflehm, sind aber nur etwa 60 cm dick; die ursprünglich wahrscheinlich flachen Decken bestanden wohl aus Palmstämmen mit einer Auflage aus Schilf und Erde und stürzten – möglicherweise als Folge des Erdbebens von Lissabon (1755) oder verursacht durch andere Naturkräfte (Wind, Regen etc.) – bereits vor Jahrhunderten in sich zusammen. Die gewaltige Anlage der Palastbauten, Umfassungsmauern und Nebengebäuden errichteten vorwiegend christliche Sklaven aus zahlreichen westlichen Nationen, die bei Überfällen des Sultans auf deren Schiffe und sogar auf Küstengebiete in die Hände des Herrschers fielen. Für diese Sklaven wurde sogar ein Gefängnis mitten in Meknès errichtet- das sogenannte Habs Kara. [2]


 

Bassin de l’Agdal

Meknès - Wasserbecken

Bassin de l'Agdal - Bildquelle: Wikipedia - Autor: Josep Renalias - Lizenz s.u.


Das sogenannte Agdal-Becken (Bassin de l’Agdal) ist ein großes künstliches Wasserbecken mit einer Fläche von etwa 4 Hektar mit einer Größe von 320 Meter Länge, 150 Meter Breite und einer Tiefe von 3,50 Meter. Das Wasserreservoir wurde während der Regierungszeit von Sultan Moulay Ismaïl angelegt und diente zur Bewässerung der Gärten des königlichen Palastes und als Wasserreserve für die Medina. Außerdem fanden hier auch die Frauen seines Harems (geschätzt etwa 500) Ablenkung und Zerstreuung. Auch heute noch ist dieser Ort in der Stadt Meknès in Gebrauch, weil es ein Erholungsgebiet ist, man kann Paddelboote leihen und an den Kiosken Speisen und Getränke kaufen. Vor dem Bassin de l’Agdal erheben sich die berühmten Getreidespeicher von Sultan Moulay Ismaïl, bzw. die Ruinen dieses Gebäudes.


 

Habs Kara

Meknès - Habs Kara

Bildmitte: Eingang zu den unterirdischen Kammern


Geheimnisvoll hört sich der Name eines Gefängnisses an mit dem Namen Habs Kara. Es befindet sich am Rand der Kasbah Ismail in der unmittelbaren Nachbarschaft des Pavillons der Botschafter. Dieses historische Gebäude aus dem frühen 18. Jahrhundert wurde unter die Erde verlegt und ist heute als großes, dunkles Labyrinth bekannt. Der Name des Gefängnisses soll von einem portugiesischen Gefangenen namens Kara abstammen, dem der Alawiten-Sultan Moulay Ismail versprach, dass er freikommen würde, wenn er ein Gefängnis für mehr als 40.000 Gefangene bauen könnte. Der Sultan plante dieses Gefängnis zur Aufnahme der auf See gefangenen christlichen Seeleute und Passagiere, die hier einsitzen und für ihn Dienste verrichten sollten. Das Gefängnis ist unterirdisch in 3 Etagen unterteilt, durch die lange Gänge führen, die nur spärlich erleuchtet waren. Nach der Herrschaft des Sultans wurde das Gefängnis vorübergehend als Lagerraum für Lebensmittelgeschäfte verwendet. Dieses Denkmal vom Anfang des 18. Jahrhunderts enthält noch heute weite und große unterirdische Gänge und Räume, die noch zu erkunden sind.


 

Medersa Bou Inania

Meknès - Medersa

Medersa Bou Inania - Foto: Wikipedia (gemeinfrei)


Zu den Sehenswürdigkeiten in Meknès zählt die heute aufgegebene Médersa Bou Inania. Sie entstand während der Herrschaft Abou Inans (1351 - 1358). Von den fünfzig Studentenkammern haben einige kein Fenster, andere gewähren durch winzige Schlitze einen Blick auf die enge Gasse, die entlang des Gebäudes verläuft. Der ruhige Innenhof überrascht mit dekorativem Raffinement: Kachelmosaiken, Gipsstuckatur, Inschriftenfriese mit Koransuren und Schnitzwerk aus Zedernholz....

Weitere Informationen zur Médersa Bou Inania in der Stadt Meknès in Marokko finden Sie hier....!


 

Mausoleum von Moulay Ismail

Meknès - Mausoleum

Mausoleum von Moulay Ismail - Foto: Wikipedia - (gemeinfrei)


Sehenswert ist u.a. auch das Mausoleum von Moulay Ismail, einer der wichtigsten Persönlichkeiten der Stadt Meknès. Schon der Eingang mit der Fassade der Vorderfront dieses religiösen Gebäudes besticht durch das kostbare Steindekor über der hufeisenförmigen Tür. Die Dächer des Gebäudes sind mit grün lasierten Ziegeln bestückt, was auf die besondere Bedeutung dieses Mausoleums hinweist. Das Mausoleum von Moulay Ismail ist eine Grabmoschee und befindet sich innerhalb des ehemaligen Palastbezirks (Ville Impériale) des....

Weitere Informationen zum Mausoleum von Moulay Ismail in der Stadt Meknès in Marokko finden Sie hier....!


 

Stadt Meknès

Meknès

Moulay abd-er-Rahman, Sultan von Marokko - Gemälde von Eugène Delacroix, 1845 - Bildquelle: Wikipedia (Public domain)


Im Norden Marokkos befindet sich die alte Stadt Meknès, eine der vier Königsstädte des Landes. Die Stadt besitzt etwa 520.500 Einwohner (Zensus 2014) und liegt am Fuße des Mittleren Atlasgebirges. Meknès ist Provinzhauptstadt und gleichzeitig auch die Hauptstadt der Region Meknès-Tafilalet. Ihr Name leitet sich vom Berberstamm der Miknasa ab, der den Ort ursprünglich besiedelte. Meknès befindet sich in einer fruchtbaren Ebene zwischen dem Zerhoun-Massiv im Norden und dem Mittleren Atlas im Süden....

Weitere Informationen zur Stadt Meknès in Marokko finden Sie hier....!


 

Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Geschichte von Meknès basieren auf dem Artikel Meknès (08.08.2008) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotodateien "Habs Kara; Bassin de l'Agdal; (2 Fotos) - Autor: Josep Renalias" - "Stallungen im Heri es-Souani; Dar el Makhzen - Königspalast; (2 Fotos) - Autor: Bernard Gagnon" - "Stallungen im Heri es-Souani - Autor: Jerzystrzelecki" unterliegen der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported und dürfen unter deren Bedingungen weitergegeben werden.

2.: Die Informationen zum Gebäudekomplex der sogenannten Heri es-Souani in in der Stadt Meknès in Marokko stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 20.11.2017!

3.: Die Informationen zum Bab Mansour in der Stadt Meknès in Marokko stammen aus der Wikipedia, zuletzt abgerufen am 21.11.2017!


 

Fotos aus Meknès - Ville Impériale






-Anzeige-



Melilla Marrakech Volubilis Topographie Marokkanische Küche Christoph Columbus Römer Meerenge von Gibraltar Startseite Römisches Imperium Berge des Atlas Agadir Chefchaouen Maghreb Ceuta Tètouan Marokkanischer Wein Gibraltar Geographie Casablanca Meknes Fès Rabat Reiseinformationen Marokko